Mai 04, 2014

Namaste India / Indien Reisebericht März 2013


Ich hatte mein Abi in der Tasche. So nun? Was jetzt? Das dachte ich mir, als ich mein Abitur abgeschlossen hatte vor einem Jahr und ich bin mir sicher so geht es auch so einigen von euch jetzt. Ich habe beschlossen ein halbes Jahr Pause zu machen bevor ich mich für ein Studium entscheide. Ich beschloss mein Leben zu genießen und zu reisen. Was für ein Glück, als uns die buddhistische Organisation eine Email schrieb, die uns einlud mit ihnen nach Indien zu reisen. 
Ich werde ehrlich zu euch sein. Wenn ihr mich gefragt hättet letztes Jahr wie die Reise war, dann hätte ich das gesagt: "Die Reise fand ich schrecklich!" 
Ich habe mich erst nach einem halben Jahr Verdauungszeit wieder getraut die Bilder rauszukramen und sie zu bearbeiten und diese Indienreise hat nun letztendlich doch einen positiven Eindruck in meiner Seele hinterlassen. 
So. Nun allererstes. Muss ich euch erzählen, welche Rahmenbedingungen wir hatten. Ich bin mit Mönchen rumgereist und auch mit Mönchen aus Indien, die uns als Reiseführer gedient haben. Wir haben eine Art Pilgerfahrt gemacht, bei der wir die Lebensstationen des ersten Buddhas, namens Siddharta Gautama, abgeklappert haben. Die Reise haben wir größtenteils im Bus verbracht. An den Stationen und historischen Orten sind öftermals Tempel gebaut worden, aber auch nur sehr bedürftig. (Buddhismus ist keine reiche Religion, aber das hat auch mit ihrer Philosophie was zu tun und die Hauptreligion in Indien ist jedoch nicht der Buddhismus, sondern der Hinduismus. ) Meine liebste Station war in Bodhgaya. Der Ort, an dem Buddha seine Erleuchtung erlangt hat. Wir haben an vielen Stationen auch buddhistische Zeremonien abgehalten und buddhistische Gebete gesungen. Mit den Mönchen um 4Uhr morgens aufzustehen war die Regel. Nach einen langen anstrengenden Reise am Tag spät ins Bett zu kommen auch. 
Wenn man nach Indien gehen will, darf man nicht so viel von Hygiene, Sauberkeit und gute Technik erwarten. Die Menschen sind eher sehr entspannt und lassen sich Zeit in allen Dingen. So wollten wir zB ein Souvenir bei einem Steinmetz kaufen gehen, dieser wollte jedoch erstmal kochen und essen bevor er uns bedient. Inder sind ziemlich offen und reden sehr schnell mit einem. Sie haben ein anderes Gefühl von Privatsphäre. Sie fassen einen manchmal an oder stellen sich einfach neben einen, um ein Foto ungefragt mit einem zu machen. Es gibt viele arme Menschen und Slums. Viele wohnen in Art Zelte, die sie aus Müll zusammengebastelt haben. Ich erinnere mich noch, als wir an einem Dorf vorbeifuhren und den Dorfbewohnern etwas von unserem Essen abgaben. Jeder ist aus ihren Häusern rausgerannt und haben uns zum Abschied glücklich gewunken, nachdem wir alles verteilt haben. Man muss wirklich sagen, dass Reichtum in der Welt ungerecht verteilt wird, aber ich nicht will nicht vom Thema zu weit ausfahren, darüber könnte ich nochmal einen Post machen.
Wahrscheinlich habt ihr auch von den Vergewaltigungsberichten gehört und ich muss sagen, dass ich die Erfahrung gemacht habe, aufpassen zu müssen. Es wurde mir nichts angetan, aber man hat die Gefahr deutlich gespürt, als ich und meine Freundin durch die Straßen in Varanasi, einer ziemlich großen Stadt, gegangen sind. Nach einem bestimmt Punkt haben wir dann beschlossen zurück ins Hotel zu rennen. Ja richtig gehört: RENNEN. Es ist ein eigenartiges Gefühl durch eine fremde Stadt zu rennen aus Angst. Wir versuchten uns durch die Menschenmenge zu drängen. Wir liefen Hand in Hand und wollten uns nicht verlieren. Überall waren Menschen und sogenannte Tuctucs, Motorräder und Autos. Die Luft war verstaubt und es gab ein indisches Fest, weswegen man von weiter Ferne orientalische Musik und Trommeln hörte. Die Gefahr war wirklich deutlich spürbar. Im nachinein kam mir dieser kurze Moment ziemlich lange vor. 
Wir blieben 2 1/2 Wochen in Indien und die Tage waren jeden Tag anstrengend und die Hygiene war wie gesagt nicht das was wir in Deutschland gewohnt sind. So musste es regelrecht geschehen, dass unsere ganze Gruppe krank wurde. Das geschah schon nach einigen Tagen. Der eine steckte den anderen an, da wir immer zusammen waren. Eine Reise mit Krankheiten zu genießen ist ehrlich gesagt ziemlich schwer. Jetzt im nachhinein bin ich aber sehr dankbar diese Reise gemacht haben zu dürfen. So eine Erfahrung werde ich nicht mehr machen können und nach solchen Bedingungen ist mir nichts mehr zu schwer oder zu anstrengend. Ich bin definitv nach dieser Reise mental stärker geworden und habe eine tolle Freundin fürs Leben gefunden. Hier sind auf jeden Fall die Bilder vom schönen Indien.

Kommentare:

  1. Meine Ma war vorletztes Jahr auch in Indien und sie hat mir ähnliches erzählt. Für sie war es aber nicht ganz so "schlimm", weil das in Vietnam früher ja auch so war.
    Aber die Reise war mit Sicherheit lohnenswert und man kann viele Erfahrungen sammeln. :)
    LG Thi

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  2. Wow! Dass es so schlimm bei dir war, hätt ich niemals gedacht :/
    Meine Indienreise war meine schönste Reise, die ich jemals angetreten bin.
    Aber auch schlechte Erfahrungen sind und bleiben nunmal Erfahrungen :)
    Und ich liebe einfach deine Bilder *__*

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  3. Die Bilder sind großartig. Tut mir leid wegen der Erfahrung, aber sei froh, sie hat dich stärker gemacht.

    Liebst Minnja

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  4. Oh wow was für ein toller Bericht! Total interessant. Ich hab grad erst ein Buch über Indien gelesen in dem es aber eher um die politische Situation geht und um das „Diener sein“ aber war trotzdem interessant zu lesen. Das du eine pilgerfahrt gemacht hast finde ich besonders toll, interessiere mich auch sehr für den Buddhismus, der hinduismus dagegen ist mir noch zu kompliziert :D hab auch siddartha (von Herman Hesse) gelesen und ahhh könntest du mir vll ein paar genauere Infos geben? Also wo du die Reise gebucht hast zum Beispiel? :) wäre sehr lieb! Und finde es auch toll, das dich mein Kommentar motiviert hat :)

    Liebste grüße und guten Start in die neue Woche <3

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  5. Wie toll!!! Da möchte ich unbedingt mal hin :)
    Ich finde die Bilder so schön.

    Liebe Grüße Ina von ELLE
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  6. Toller bericht! Und so tolle Bilder. Ich moechte unbedingt auch mal nach Indien & selbst Erfahrungen sammeln was den Buddhismus & Hinduismus angeht.
    Mach dir nichts drauss mit der schlechten Erfahrung. Erfahrung bleibt Erfahrung. ^_^

    lipstickanddimples.blogspot.com
    xoxo, jae

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  7. wow das ist ein toller Bericht!
    Ich find es auch sehr gut, dass du so eine Erfahrung gemacht hast, aber ich selbst weiß nicht genau, ob ich mich das trauen würde xD

    LG Anna

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  8. der Post war richtig interessant!! Die fotos fand ich total gut, aber richtig spannend, dass du deine Erfahrungen so mit uns teilst :) xx

    www.lackofcolor.at

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  9. Klingt nach einer spannenden und vor allem eindrucksvollen Zeit - ich habe mein Auslandssemester in BKK verbracht und war am Anfang auch etwas verschreckt, habe mich aber super schnell eingelebt und das Leben dort lieben gelernt. Deine Erfahrungen kann dir niemand nehmen und sie haben dich als Mensch sicher auch positiv verändert und geprägt :)

    LG Aline
    http://www.fashionzauber.com/

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  10. Oh Indien! Was hab ich dort mein Herz verloren. Ich war auch 6 Monate und habe selten so gelitten, so geliebt und mich so lebendig gefühlt.
    Ein (großer) Teil von mir ist dort geblieben. Leider hab ich nicht so schöne Fotos von meiner Reise, es war tatsächlich erst Indien, das mich zum Fotografieren gebracht hat.

    Ich hatte großes Glück und kam mir wirklich nie bedroht oder in Gefahr vor, aber ich kann mir vorstellen, dass das ein schrecklicher Moment gewesen sein muss.

    Liebste Grüße
    Lisa

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  11. Wunderschöne Bilder und Eindrücke. Man taucht sofort in eine andere Welt ein!

    Liebste Grüße Laura von Laurella Rose

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  12. Deine Bilder sind so wunderschön und der Bericht dazu leider alles andere als das. Ich finde es schade, dass dein Urlaub dort nicht besser war, aber ich hoffe, du konntest auch ein paar positive Dinge mitnehmen!

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  13. Wow, sehr schöne beeindruckende Bilder! Ich möchte ja auch schon seit ich 16 Jahre alt bin eine Weltreise machen, einfach weil ich finde das man sich auf solchen Reisen 'selbst' finden kann - fernab von der eigentlichen Heimat. Und fremde Kulturen kennenzulernen ist da wirklich eine große Hilfe, um vielleicht im Leben auch voranzukommen :)

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  14. Oh wow! Schöne Bilder :)


    Übrigens habe ich dich bei meiner Blogvorstellung vorgestellt: http://www.hang-tmlss.de/2014/05/blogvorstellung-teil-3.html
    Hoffe du freust dich drüber :))

    Liebe Grüße ♥

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  15. ganz ganz tolle bilder mit viel ausstrahlung ;)
    allerliebste Grüße
    deine Limi ♥
    BUNTGEFLUESTER

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  16. Wow das klingt echt interessant...würde mich freuen, wenn du mal bei mir vorbeischaust
    Liebe Grüße,
    Tina

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